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Bewertung von Haptoglobin als Parameter zur Einschätzung des Gesundheitsstatus von Mastschweinen / vorgelegt von Susanne Knura-Deszczka

Das Ziel der vorliegenden Arbeit bestand darin zu prüfen, inwiefern das Akute-Phase-ProteinHaptoglobin (Hp) als Parameter zur Einschätzung des Gesundheitsstatus von Mastschweinen geeignet ist. Die Untersuchungen gliederten sich in einen Vor- und einen Hauptversuch. Im Vorversuch wurde der zeitliche... Full description

PPN (Catalogue-ID): 324355068
Personen: Knura-Deszczka, Susanne
Format: eBook eBook
Language: German
Published: 2000
Edition: [Electronic.ed]
Hochschule: Hannover, Tierärztl. Hochsch., Diss., 2000
Basisklassifikation: 46.80
Formangabe: Hochschulschrift
Physical Description: 98 S. = 408 kb, text, Ill., graph. Darst.

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520 |a Das Ziel der vorliegenden Arbeit bestand darin zu prüfen, inwiefern das Akute-Phase-ProteinHaptoglobin (Hp) als Parameter zur Einschätzung des Gesundheitsstatus von Mastschweinen geeignet ist. Die Untersuchungen gliederten sich in einen Vor- und einen Hauptversuch. Im Vorversuch wurde der zeitliche Verlauf der Haptoglobinkonzentration von 5 astgruppen mit je 15 Tieren aus 4 konventionellen Mastbetrieben und 3 Mastgruppen mit je 15 Tieren aus 3Mastbetrieben, die einem Qualitätsfleischprogramm mit entsprechenden freiwilligen Produktionsauflagen angehörten, untersucht. Alle Tiere waren zu Beginn der Studie klinisch gesund. Es wurden an 4 Untersuchungszeitpunkten in der Anfangsmast (vom Ende der Ferkelaufzucht bis ca. 4 Wochen nach dem Umstallen in die Mast) sowie 1-3 Tage vor dem Schlachttransport und direkt bei der Schlachtung Blutproben zur Hp-Bestimmung entnommen. Im Hauptversuch standen zwei Tiergruppen mit je 16 Schweinen aus zwei geschlossenen Betrieben A und B zur Verfügung. Unter Beibehaltung der Blutentnahmezeitpunkte des Vorversuchs wurde im Hauptversuch der Gesundheitszustand der Versuchstiere über regelmäßige klinische Untersuchungen erfasst und zu den Blutanalysen der entsprechenden Untersuchungszeitpunkte in Beziehung gesetzt. Dabei erfolgten neben der Hp-Messung die Bestimmung weiterer klinisch-chemischer Parameter sowie die Ermittlung der Einzeltiergewichte zu jedem Untersuchungszeitpunkt. Von allen Versuchstieren (Vor- und Hauptversuch) wurden die Organbefunde bei der Schlachtung erfasst. Von den Tieren des Betriebs B (Hauptversuch), die bei einem Metzger geschlachtet wurden, konnten ergänzend dazu Organproben histologisch und mikrobiologisch untersucht werden. Die Untersuchungsergebnisse zeigten, dass die Haptoglobinplasmakonzentration klinisch gesunder Schweine gegenüber solchen mit einem klinisch auffälligem Befund im Mittel signifikant niedriger lag. Die Hp-Mittelwerte der Tiere des Betriebs B überschritten zu jedem der Untersuchungszeitpunkte deutlich den angenommenen oberen physiologischen Grenzwert von 0,5 mg/ml und lagen im gesamten Untersuchungszeitraum deutlich über denen der Schweine aus Betrieb A. Im Betrieb B lagen auch häufiger als in Betrieb A klinische Erkrankungen vor (Durchfall, Atemwegserkrankungen). Dies spiegelt sich ebenfalls bei der Gegenüberstellung der Wachstumskurven der beiden Mastgruppen wider. Die Tiere des Betriebs A wiesen einen physiologischen Verlauf der Gewichtszunahmen über die gesamte Mast auf, während in Betrieb B Mastleistungseinbußen, insbesondere in der Mastanfangsphase, feststellbar waren. Auffällig war, dass auch zwischen klinisch unauffälligen Tieren der beiden Betriebe statistischgesicherte Unterschiede bei der Hp-Konzentration vorlagen. Als ein möglicher Grund dafür konnten mit Hilfe von Checklisten deutliche Unterschiede bezüglich des Hygieneumfelds und -managements zwischen Betrieb A und B ermittelt werden. Insgesamt wurde Betrieb B mit nicht einmal der Hälfte der maximal erreichbaren Punktzahl, bei der zusammenfassenden Betrachtung der hygienerelevanten Faktoren, im Gegensatz zu Betrieb A als mangelhaft eingestuft. Auch bei der speziellen Betrachtung der Messwerte von Tieren aus dem Vorversuch fiel derBetriebseinfluss auf, da die Hp-Mittelwerte bei gesunden Tieren aus konventioneller Haltung schon am Ende der Aufzucht und zu späteren Zeitpunkten im Gegensatz zu Tieren aus dem Qualitätsfleischprogramm deutlich über dem angenommenen physiologischen Grenzbereich lagen. Als Ursache für die erhöhten Hp-Werte bei klinisch unauffälligen Tieren werden latente Infektionen und ein „immunologischer Stress“ als mögliche Folge schlechter Hygienebedingungen diskutiert. Bei der Auswertung der klinisch-chemischen Parameter ergaben sich signifikant Beziehungen zum Haptoglobin nur für die Eisenkonzentration im Blut (r>-0,621). Ein Zusammenhang war zu der fehlenden Eisenversorgung der Ferkel in Betrieb B zu sehen. Ein eindeutiger Bezug zwischen Hp-Konzentration im Blut und den Schlachtorganbefunden von Tieren aus Vor- und Hauptversuch konnte nicht hergestellt werden. Die vorliegenden Ergebnisse ließen eine abschließende Einschätzung der Nutzung der Haptoglobinplasmakonzentration als Hilfsmittel bei der Schlachthofeingangskontrolle nicht zu. Als Resumée der Arbeit wird herausgestellt, dass das Akute-Phase-Protein Haptoglobin als sehr sensitiver Parameter zur Einschätzung des allgemeinen Gesundheitsstatus von Mastschweinen im Rahmen der tierärztlichen Bestandsbetreuung und von überbetrieblichen Gesundheitsvorsorgeprogramme hilfreich sein kann. 
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