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Charakterisierung des Verlaufs der Wundheilung mittels klinischer, labordiagnostischer, sonographischer, thermographischer und thermometrischer Befunde bei Milchkühen nach Laparotomie (Omentopexie nach Dirksen) / vorgelegt von Ioannis Proios

Es war das Ziel der vorliegenden Arbeit, den postoperativen Verlauf der Wundheilung nach einer Laparotomie mit Omentopexie durch klinische, sonographische und thermographische Befundung sowie labordiagnostische Parameter detailliert zu charakterisieren. Vierzehn Kühe der Rasse Deutsche Holstein mit... Full description

PPN (Catalogue-ID): 878107371
Personen: Proios, Ioannis [VerfasserIn]
Kaske, Martin [Akademischer betreuerIn]
Seifert, Hermann [Akademischer betreuerIn]
Format: eBook eBook
Language: German
Zusammenfassungen in deutscher und englischer Sprache
Published: Hannover, Tierärztliche Hochschule Hannover, 2016
Hochschule: Dissertation, Tierärztliche Hochschule Hannover, 2016
Basisklassifikation: 46.80
Subjects:

Laparotomie / Wundheilung / Milchkuh

Formangabe: Hochschulschrift
Physical Description: 1 Online-Ressource (112 Seiten, 18.894 KB)

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520 |a Es war das Ziel der vorliegenden Arbeit, den postoperativen Verlauf der Wundheilung nach einer Laparotomie mit Omentopexie durch klinische, sonographische und thermographische Befundung sowie labordiagnostische Parameter detailliert zu charakterisieren. Vierzehn Kühe der Rasse Deutsche Holstein mit einer linksseitigen Labmagenverlagerung (LMV) ohne schwerwiegende Begleiterkrankungen wurden präoperativ und zehn Tage nach der Operation einmal täglich untersucht. Zusätzlich wurden täglich Blutproben entnommen, um die Veränderungen des Differentialblutbildes sowie metabolischer Leitparameter (Glucose, β-Hydroxybutyrat, nicht-veresterte Fettsäuren, Albumin, Gesamteiweiß) und spezifische Enzymaktivitäten (CK, AST, GLDH) zu erfassen. Der Bereich der Inzision in der rechten Flanke wurde sonographisch mit einer 9 MHz Linearsonde präoperativ dorsal, mittig und ventral sowie postoperativ täglich an sechs definierten Lokalisationen im Bereich von Wundkamm und Omentopexie-Wunde befundet. Die thermographische Beurteilung der rechten Flanke erfolgte in einem geschlossenen, unbeheizten Untersuchungsraum. Die Umgebungstemperatur variierte im Verlauf der Untersuchungsperiode zwischen 7,8 und 24,1 °C. Die Ergebnisse wurden in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur (JU) retrospektiv zwei Gruppen zugeordnet: hohe Umgebungstemperatur (Medianwert 20,2 °C (25/75 Quartil: 18,5 °C/ 21,7 °C; Gruppe HT; n = 6) und niedrige Umgebungstemperatur (10,8 °C; 9,4 / 12,8 °C; Gruppe LT; n = 8). Die Oberflächentemperaturverteilung der rechten rasierten Flanke wurde präoperativ sowie einmal täglich bis zum Tag 10 p. op. mit einer IR-Kamera nach einer Adaptionszeit von 45 min erfasst. Unmittelbar anschließend erfolgten die Messungen mit einem Pyrometer an zehn definierten Punkten im Bereich der Laparotomiewunde und an vier Punkten im Bereich der Omentopexie-Wunde sowie an sieben Referenzpunkten im Bereich der rechten Flanke. Die Temperaturdifferenzen (ΔJ) zwischen der mittleren Hauttemperatur des Wundbereichs und des Referenzbereichs wurden berechnet und ausgewertet. Nach Entlassung der Kühe wurden die weitere klinische Entwicklung der Kühe und der Zustand der Operationswunde am 30. und 60. Tag p. op bei den Tierhaltern telefonisch erfragt. Die Operationswunden aller Kühe heilten per primam ab. Im Rahmen der klinischen Befundung erwies sich der Wundbereich als verdickt, überwiegend nicht wärmer als die Wundperipherie und nicht druckempfindlich; im ventralen Wundbereich war bei der Mehrzahl der Kühe eine geringgradige Schwellung bis zum Tag 3 p. op. nachweisbar. Die hämatologischen Laborergebnisse zeigten nur moderate Abweichungen von den physiologischen Referenzbereichen. Die CK-Aktivität war am Tag 1 p. op. (1.541 U/L) signifikant erhöht gegenüber dem präoperativen Wert (375 U/L), sank ab dem Tag 3 p. op. kontinuierlich ab und erreichte am Tag 9 p. op. wieder den Referenzbereich. Die präoperativ erhöhten Serumkonzentrationen von Beta-Hydroxybutyrat und nicht-veresterten Fettsäuren nahmen ab dem 3. p. op. deutlich ab. Der Medianwert der Anzahl von Leukozyten lag präoperativ bei 4150 μl-1 und veränderte sich im Beobachtungszeitraum nicht signifikant. Sonographisch waren die einzelnen anatomischen Strukturen der Bauchwand präoperativ gut darstellbar. Aufgrund operationsbedingter Artefakte (Wiederholungsechos und Schallschatten) waren postoperativ alle Strukturen der Bauchwand erst ab dem Tag 4 p. op. bei 70 % der Kühe und ab dem Tag 7 p. op. bei 100 % der Kühe eindeutig identifizierbar. Die mittlere Dicke der Bauchwand betrug präoperativ 28 mm (23 mm / 32 mm; Median (Q1/Q3)); von dorsal (23 mm; 19 mm / 28 mm) nach ventral (32 mm; 29 mm / 34 mm) war eine signifikante Zunahme nachweisbar. Postoperativ war die Bauchwand am Tag 2 p. op. um das 2,5 bis 3-fache im gesamten Wundbereich verdickt. Während der folgenden Tage wurde die Bauchwand allmählich wieder dünner, so dass am Tag 10 p. op. Werte erreicht wurden, die etwa dem 1,5 bis 2-fachen der präoperativen Werte entsprachen. Bei allen Kühen waren postoperativ sonographisch flüssigkeitsgefüllte Räume zwischen den einzelnen Schichten der Bauchwand darstellbar. Am häufigsten entstanden diese im Bereich des M. obliquus internus abdominis. Die durchschnittliche Dicke der einzelnen Zwischenräume betrug 1 cm; eine konsekutive Rückbildung erfolgte bis zum Tag 5 p. op. Im Rahmen der IR-thermographischen Messungen konnte gezeigt werden, dass die mittlere Hauttemperatur des Referenzbereichs (JRB) und der Wundumgebung (JWB) mit der Umgebungstemperatur (JU) hoch signifikant korrelierten (r = 0,71 und r = 0,69; p < 0,001). Eine negative Korrelation war zudem zwischen der Umgebungstemperatur (JU) und den berechneten Temperaturdifferenzen (ΔJTHERMO) zwischen Wundumgebung und Referenzbereich nachweisbar (r = -0,51; p < 0,001). Bei Messungen mit niedriger Umgebungstemperatur (Gruppe LT) wurden Werte für ΔJTHERMO um 2 °C bestimmt; bei höherer Umgebungstemperatur (Gruppe HT) wurden Werte für ΔJTHERMO von ≤0,5 °C gemessen. Sehr ähnliche Ergebnisse wurden auch bei Messungen mit einem Pyrometer erzielt; die Korrelationen zwischen den Ergebnissen der Messungen mittels IR-Kamera und Pyrometer waren hoch signifikant für die Temperaturen im Referenzbereich, der Wundumgebung und die berechneten Temperaturdifferenzen (r = 0,90, r = 0,95 und r = 0,75; p < 0,001). Im Gegensatz zu den thermographischen Messungen der Hauttemperatur war eine lokale Hyperthermie im Wundbereich (> 1 °C) durch die Palpation im Rahmen der klinischer Befundung nur bei wenigen der insgesamt 140 Messungen festzustellen (Sensitivität 0,20; Spezifität 0,96). Es lässt sich schlussfolgern, dass bei Kühen nach einer Laparotomie in der rechten Flanke eine klinisch manifeste moderate postoperative Schwellung der Wunde bis zum Tag 5 p. op. als physiologisch anzusehen ist und demzufolge nicht Ausdruck einer Wundheilungsstörung ist. Eine Laparotomie in der rechten Flanke verursacht bei Kühen nur eine geringgradige Erhöhung der CK-Aktivität über etwa drei Tage und führt nicht zu einer signifikanten Veränderung der Anzahl der Leukozyten. Bei der hier gewählten Operations- und Nahttechnik erscheint die Bauchwand postoperativ klinisch und sonographisch über 10 Tage p. op. deutlich verdickt; diese Verdickung resultiert vor allem aus flüssigkeitsgefüllten Zwischenräumen. Die thermographische Erfassung der Oberflächentemperatur ermöglicht eine objektive Einschätzung von lokalen Hyperthermien im Zusammenhang mit Wundheilungsstörungen und ist der subjektiven palpatorischen Befundung überlegen. Dabei ist das Pyrometer eine günstige und zuverlässige Alternative zu den relativ teuren IR-Kameras. Zu berücksichtigen ist die mit ca. 3 °C deutlich größere Temperaturdifferenz zwischen Wundbereich und Wundperipherie bei einer Umgebungstemperatur von 10 °C verglichen mit lediglich 0,5 °C bei einer Umgebungstemperatur von 20 °C. Für die Beurteilung der Wundheilung bieten sich für die Praxis der 4.-6. Tag p. op. an, da dann operationsbedingte Artefakte nur noch selten nachweisbar sind. 
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