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Vergleichende Beurteilung degenerativer Bandscheibenveränderungen in der Röntgendiagnostik, der FFE-Sequenz und der T2 Gewichtung der Magnetresonanztomographie / vorgelegt von Katarina Kunze

In der vorliegenden Arbeit wurden die Unterlagen von 208 caninen Patienten retrospektiv ausgewertet, die zwischen 2010 und 2012 aufgrund einer Gangstörung oder eines Anfallsgeschehens in der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover vorstellig wurden. Es erfolgte zum einen... Full description

PPN (Catalogue-ID): 891016155
Personen: Kunze, Katarina [VerfasserIn]
Tipold, Andrea [Akademischer betreuerIn]
Format: eBook eBook
Language: German
Zusammenfassungen in deutscher und englischer Sprache
Published: Hannover, Tierärztliche Hochschule Hannover, 2017
Hochschule: Dissertation, Tierärztliche Hochschule Hannover, 2017
Basisklassifikation: 46.80
Subjects:

Bandscheibendegeneration / Kernspintomografie / Röntgendiagnostik / Hund

Formangabe: Hochschulschrift
Physical Description: 1 Online-Ressource (107 Seiten, 874 KB)

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520 |a In der vorliegenden Arbeit wurden die Unterlagen von 208 caninen Patienten retrospektiv ausgewertet, die zwischen 2010 und 2012 aufgrund einer Gangstörung oder eines Anfallsgeschehens in der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover vorstellig wurden. Es erfolgte zum einen die vergleichende Beurteilung zwischen den 2 Sequenzen der Magnetresonanztomographie (MRT) mit der Röntgenuntersuchung und zum anderen der Aufnahmen der Bandscheibe in der T2 Gewichtung (T2W) und dem Fast Field Echo (FFE) der Magnetresonanztomographie. Die Aufnahmen wurden jeweils geblindet durch zwei Diplomates des European College of Veterinary Neurology beurteilt. Empirische Beurteilungen wurden ebenfalls erhoben und gesondert für Patienten mit Bandscheibenvorfall dokumentiert. Die Degeneration der Bandscheibe ist ein weitläufiger Themenkomplex beim Hund. Neben den physiologischen Alterungsprozessen kann es aufgrund von pathologischen Prozessen zu einer verfrühten Degeneration der Bandscheibe kommen. Die Magnetresonanztomographie ist derzeit das beste Diagnostikum zur Beurteilung der Bandscheibe in vivo. Zur Einteilung der Grade der Bandscheibendegeneration bedient man sich des Modells von Pfirrmann et al., das durch Bergknut et al. 2011 für den Hund validiert wurde. In der vorliegenden Arbeit wurde diese Einteilung zum großen Teil übernommen. Die Beurteilung der Bandscheibe erfolgte in den MRT-Sequenzen am transversalen Schnittbild der Bandscheibe. Für das Ausmaß der Degeneration wurde hinzugenommen, zu welchem Anteil die Bandscheibe Struktur-veränderungen aufweist. Die Patienten wurden in 3 Kategorien eingeteilt. In der 1. Kategorie, der chondrodystrophen und brachyzephalen Hunderassen, wurden 83 Patienten eingeschlossen, in der 2. Kategorie, der nicht chondrodystrophen und brachyzephalen Hunderassen mit einem Körpergewicht kleiner als 25 kg, insgesamt 86 Patienten. In der 3. Kategorie, der nicht chondrodystrophen und brachyzephalen Hunderassen mit einem Körpergewicht gleich oder größer 25 kg, wurden 39 Patienten erfasst. Zur Bewertung der laterolateralen Röntgenaufnahmen erfolgte die Beurteilung, ob eine Verkalkung im Wirbelkanal und/oder zwischen den Wirbelkörpern zu erkennen ist, ein Wirbelengstand besteht oder eine Spondylose vorlag. Vergleichend wurde jeweils in den 2 MRT-Sequenzen beurteilt, ob ein normaler Befund der Bandscheibe oder eine Degeneration dieser bzw. ein Bandscheibenvorfall besteht. Mithilfe der Magnetresonanztomographie konnten 198 Bandscheibenvorfälle diagnostiziert werden. Bei lediglich 28,8% der Vorfälle konnte in der Röntgenuntersuchung ein Wirbelengstand befundet werden. Bei 31 Zwischenwirbelbereichen zeigte sich vorgefallenes kalzifiziertes Bandscheibenmaterial im Wirbelkanal in der Röntgenuntersuchung. Von diesen bestätigte sich bei 16 der Verdacht eines Hansen Typ I in den MRT-Aufnahmen. Beim Vergleich der laterolateralen Röntgen-aufnahmen mit den ventrodorsalen zeigte sich, dass eine starke Diskrepanz herrscht und die laterolaterale Aufnahme der ventrodorsalen vorzuziehen ist. Die Röntgenuntersuchung ist für sich allein ein inadäquates Mittel, um einen Bandscheibenvorfall sicher zu lokalisieren. Beim Vergleich der 2 MRT-Sequenzen zur Beurteilung der Bandscheibe zeigte sich ein signifikanter Unterschied in allen 3 Kategorien. In der T2W wurde die Bandscheibe durchschnittlich höher bewertet, wenn eine Degeneration der Bandscheibe in beiden Sequenzen zu erkennen war, und zeigte somit eine deutlichere Degeneration. Der gewichtete Kappa-Koeffizient legte dar, dass die Bewertung zwischen den beiden Sequenzen meist um einen Grad abwich. Eine hohe Diskrepanz herrschte bei der Beurteilung auf das Vorliegen von geringgradig degenerativen Veränderungen der Bandscheibe oder eines normalen Befundes der Bandscheibe. Es zeigte sich, dass in der FFE-Sequenz die Struktur der Bandscheibe eindeutiger zu bewerten ist als in der T2W. In der T2W erfolgt die Beurteilung im Hinblick auf die Signalintensität des Nucleus pulposus und die Abgrenzung zwischen Anulus fibrosus und Nucleus pulposus. In der FFE-Sequenz können bereits kleine Veränderungen den Verdacht einer beginnenden Degeneration erbringen. Die FFE-Sequenz ist jedoch im Gegensatz zur T2W aufgrund des fehlenden 180°-Refokussierungspulses anfälliger für Suszeptibilitätsartefakte. Obwohl eine Diskrepanz bei der Beurteilung der Bandscheibe per se bestand, war die Anzahl der diagnostizierten Bandscheibenvorfälle zwischen den beiden MRT-Sequenzen übereinstimmend. Beide Sequenzen können daher zur Diagnosestellung von Bandscheibenvorfällen empfohlen werden. Bei 154 von 208 Patienten wurden als Ursache der neurologischen Symptomatik Bandscheibenvorfälle diagnostiziert. Die Patienten wurden ebenfalls in die 3 beschriebenen Kategorien unterteilt. Von den insgesamt 208 vorgefallenen Bandscheiben befanden sich 16,3% in der Halswirbelsäule und 83,7% in der Brust-Lendenwirbelsäule. Die Mehrzahl der thorakolumbalen Bandscheibenvorfälle befand sich in allen 3 Kategorien im Bereich des 11. Brustwirbels (Th) bis zum 2. Lendenwirbel (L). In der 1. Kategorie, der chondrodystrophen und brachyzephalen Hunderassen, lagen 48,8% der Bandscheibenvorfälle in den Bereich Th12-L1. In der 2. Kategorie lag der Peak bei der Bandscheibe Th12-Th13. Bei den großen Hunderassen der 3. Kategorie zeigte sich, dass die Bandscheibe Th12-Th13 genauso häufig betroffen war wie die Bandscheibe Th13-L1. Die zervikalen Bandscheiben-vorfälle der leichteren Hunderassen (2. Kategorie) befanden sich vor allem im Bereich des 2. Halswirbels (C) bis zum 5. Halswirbel mit der Mehrzahl bei C4-C5. In der 3. Kategorie, der nicht chondrodystrophen und brachyzephalen Hunderassen mit einem Körpergewicht höher oder gleich 25 kg, waren nur 3 zervikale Bandscheiben vorgefallen, die sich in den Zwischenwirbelbereichen von C5 bis C7 befanden. Bei den chondrodystrophen und brachyzephalen Hunderassen waren alle Zwischenwirbelbereiche von C2 bis C7 betroffen. Bei 77 Bandscheiben wurde ein Hansen Typ II diagnostiziert, wovon 66% sich zwischen den Bandscheiben Th12 und L3 befanden. Nach chirurgischer Dekompression verbesserte sich der neurologische Grad um einen Grad innerhalb von 1 bis 40 Tagen. Von insgesamt 100 dokumentierten Patienten konnten 55 ohne Hilfe alleine laufen, wovon 7 (12,7%) keine neurologischen Defizite mehr aufwiesen. In der vorliegenden Studie konnten 74 Patienten-besitzer 14 bis 47 Monate nach erfolgter konservativer oder chirurgischer Therapie telefonisch nach dem derzeitigen Zustand befragt werden. 17,6% der Patienten zeigten eine wiederkehrende bzw. 4% eine bestehende Hyperästhesie. 14,9% wurden aufgrund erneuter Symptome von Rückenschmerzen und/oder Lähmungen euthanasiert. 56,8% der Patientenbesitzer gaben an, keine Beeinträchtigung für ihren Hund im Alltag zu sehen. 16,2% der Hunde zeigten nach erfolgter Therapie weiterhin eine Gangstörung, die zu einer Beeinträchtigung im Alltag führte. 12,2% der Hunde sind aufgrund anderer Erkrankungen verstorben. In vorliegender Studie konnte gezeigt werden, dass zur Früherkennung einer Bandscheibendegeneration die FFE-Sequenz von Vorteil ist, da bereits kleine Veränderungen zu erkennen sind. Bei der Beurteilung dieser ist stets darauf zu achten, dass nicht jede Degeneration zu einer Herniation führen muss. Diese Sequenz bietet die Möglichkeit einer genauen Beurteilung des Zustandes der Bandscheibe. 
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