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Assessment of animal poisonings in Germany and severity scoring schemes : needs for a One Health approach / submitted by Sarah McFarland

Einleitung: Gegenwärtig fehlt es an umfassenden Informationen über das Vorkommen von Vergiftungen bei Tieren in Deutschland sowie an einem öffentlich zugänglichen, standardisierten Protokoll für die Beurteilung des klinischen Schweregrades. Letzteres ist erforderlich für eine einheitliche Berichter... Full description

PPN (Catalogue-ID): 891033696
Personen: McFarland, Sarah [VerfasserIn]
Greiner, Matthias [Akademischer betreuerIn]
Format: eBook eBook
Language: English
Zusammenfassungen in deutscher und englischer Sprache
Published: Hannover, Tierärztliche Hochschule Hannover, 2017
Hochschule: Dissertation, Tierärztliche Hochschule Hannover, 2017
Basisklassifikation: 46.14
Subjects:

Deutschland / Vergiftung / Tiere / Protokollierung / Standardisierung

Formangabe: Hochschulschrift
Physical Description: 1 Online-Ressource (45 Seiten, 414 KB)

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520 |a Einleitung: Gegenwärtig fehlt es an umfassenden Informationen über das Vorkommen von Vergiftungen bei Tieren in Deutschland sowie an einem öffentlich zugänglichen, standardisierten Protokoll für die Beurteilung des klinischen Schweregrades. Letzteres ist erforderlich für eine einheitliche Berichterstattung über Vergiftungen, da verschiedene Schweregrade von mild bis tödlich verlaufend unterschieden werden sollten. Ferner besteht der Bedarf an der Erkundung und Entwicklung sowohl eines One-Health- als auch eines Sentinel-Surveillance-Ansatzes im Bereich der Toxikologie. Daher waren es die zwei Hauptziele dieses Projektes, Daten über das Vorkommen von Vergiftungen bei Haus- und Nutztieren in Deutschland systematisch zu sammeln, analysieren und auszuwerten sowie zwei Schemata zur Beurteilung des Schweregrades von Vergiftungen bei Tieren zu evaluieren und zu vergleichen. Ein weiteres Ziel war es, die Anwendbarkeit eines One-Health-Konzeptes in der Toxikologie zu evaluieren unter dem Aspekt der Verwendung von Tieren als Sentinels für Vergiftungen bei Menschen. Methoden: Eine Analyse des aktuellen Forschungsstandes für Deutschland und Europa wurde durchgeführt, mit dem Ziel, Veröffentlichungen zum Vorkommen von Vergiftungen bei Tieren sowie Datenquellen für die Berichterstattung über Vergiftungen zu identifizieren. Rückblickend gesammelt und mit Hilfe von deskriptiven Statistiken analysiert wurden Daten zu Anrufen bezüglich Expositionen bei Tieren an deutsche Giftinformationszentren; Vergiftungsfälle der Kliniken für Kleintiere bzw. Pferde der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo); Fälle von Off-Label-Use von Tierarzneimitteln, die dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gemeldet wurden, sowie Proben, die dem Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der Ludwig-Maximilians-Universität in München (IPTP, LMU) zur toxikologischen Analyse eingesandt wurden. Die Daten aus diesen Quellen waren nicht öffentlich zugänglich und mussten im Rahmen des Projektes gesammelt und strukturiert werden, um eine Analyse zu ermöglichen. Zur Feststellung des Schweregrades von Tiervergiftungen wurden Daten einer länderübergreifendenden US-amerikanischen Vergiftungszentrale verwendet. Anhand von Light’s Kappa (K) wurde die Übereinstimmung zwischen Beurteilern gemessen, die Fälle nach der Poisoning Severity Score (PSS) sowie dem Schema des National Poison Data Systems (NPDS) für die Bestimmung des Schweregrades von Expositionen bei Hunden beurteilt haben. Ebenfalls gemessen wurde die Übereinstimmung zwischen den Schemata für die Einschätzung des Schweregrades bei Tiervergiftungen. Eine Analyse des aktuellen Forschungsstandes sowie eine Auswertung der im Rahmen dieses Projektes gesammelten Daten wurden durchgeführt, um Faktoren zu identifizieren, die hinsichtlich der Verwendung eines One-Health bzw. Sentinel-Surveillance-Ansatzes im Bereich der Toxikologie zu berücksichtigen sind. Ergebnisse und Diskussion: Obwohl Unterschiede im Vergiftungsmuster zu erkennen waren, decken sich die Forschungsergebnisse dieses, auf deutschen Daten beruhenden Projektes weitgehend mit denen von Studien aus anderen europäischen Ländern sowie aus den USA. Hunde und Katzen, gefolgt von Pferden waren die am häufigsten betroffenen Tierarten. Arzneimittel bzw. Tierarzneimittel, Pestizide und Pflanzen waren durchweg die am häufigsten genannten Ursachen von Vergiftungen. Die Mehrzahl der Vergiftungen waren akut, akzidentell und erfolgten durch orale Einnahme. In schweren Fällen spielten Permethrin enthaltende Spot-on-Präparate für Hunde bei Katzen, blutgerinnungshemmende Rodentizide bei Hunden und Ahorn (Acer sp) bei Pferden eine wichtige Rolle. Eine Literaturbeurteilung führte zur Identifizierung von vier verschiedenen Datenquellen bei der Auswirkung auf Tiere und Vergiftungen: PCs, Tierarztpraxen, Labore und öffentliche Gesundheitsinstitutionen. Vor- und Nachteile der verschiedenen Datenquellen wurden diskutiert. Hierbei erwies sich Verzerrung (Bias) als ein wichtiger Aspekt bei der Bewertung der Vergiftungsdaten. Bei Bewertern, die entweder die PSS- oder die NPDS-Schemen anwandten, wurde eine erhebliche Variabilität festgestellt (PSS: Κ 0.31; 95% CI 0.19, 0.43; NPDS: Κ 0.34; 95% CI 0.22, 0.44). Ein Vergleich der Schemata ergab, dass der Grad der Übereinstimmung zwischen gering bis niedrig-moderat und abhängig von den beurteilten Bewertern war (Κ -0.40; 95% CI -0.50, -0.30; Κ 0.05; 95% CI -0.08, 0.16; Κ 0.42; 95% CI 0.21, 0.60). Es wurden viele Faktoren identifiziert, die auf die Beurteilung der Schwere der Vergiftung Einfluss haben könnten, einschließlich der Objektivität bzw. Subjektivität eines Schemas, Falleinzelheiten und verfügbare klinische Information sowie die Erfahrung der Bewerter und deren Hintergrund. Bezüglich der Umsetzung eines One-Health bzw. Sentinel-Surveillance-Ansatzes zur Vergiftungen bei Tieren in Deutschland wurden eine Anzahl von Hindernissen identifiziert. Diese beinhalten einen Mangel an standardisierter Dokumentation und Bewertungsprotokollen sowie an etablierten Überwachungsinitiativen, Segregation zwischen Gesundheitsexperten, Trennung von Datenquellen und Lücken in Wissen und Leitlinien bezüglich der Verlinkung von Gesundheitsdaten von Tieren und Menschen. Zentrale Themen zur Weiterentwicklung beinhalten die Anwendung von abgestimmter, standardisierter Dokumentation und Bewertungsmethoden, eine verbesserte interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Schaffung von praktischen und nachhaltigen Strukturen für den Datenaustausch innerhalb und zwischen den Gesundheitswesen für Tier und Mensch. Aufgrund eines fehlenden systematischen Systems zur Erhebung und Meldung von Vergiftungsrisiken bei Tieren kann relevante Information hinsichtlich der menschlichen Gesundheit nur auf einer eher zufälligen Basis gewonnen werden. Fazit: Dieses Projekt zeigte eine systematische Berücksichtigung des Aufkommens von Vergiftungen von Tieren in Deutschland auf und ermöglichte einen Ergebnisvergleich mit anderen europäischen Ländern. Es zeigte auch auf, dass die medizinischen PSS- und NPDS-Schemata zur Bewertung der Vergiftungsschwere in Tieren angewandt werden können, sowie die weitere Notwendigkeit, die Bewertungskonsistenz zu verbessern. Standarisierte Ansätzen zur Erhebung, Bewertung und Integration von Vergiftungsdaten sowie einer Initiation von One-Health- und Sentinel-Überwachungsansätzen auf dem Gebiet der Toxikologie in Deutschland könnten einen Beitrag zur Prognose, Prävention und Kontrolle von Vergiftungen in Tieren und Menschen leisten. 
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